Abends schnell ein paar Sachen zusammen gepackt und am nächsten früh klingelte der Wecker schon um drei Uhr. Halb sieben hob der Flieger von Durban nach Johannesburg ab wo es um 11 Uhr weiter ging, direkt an die Victoriafälle in Zimbabwe. Halb eins mittags waren wir da und dann kam erst einmal die Überraschung. Der Flughafen, kein internationaler !, aber dafür ohne Klimaanlage, lange Warteschlangen und Sitzmöglichkeiten für etwa drei Personen. Toiletten waren wenigstens vorhanden…  komplett stockdunkel oder man lies die Tür offen hatte aber dann wenigstens alle Ankommenden als Zuschauer auf seiner Seite.Von den vorhandenen 50 Neonlampen an der Decke taten etwa vier ihren Dienst. Schade, weil man dem Gebäude die eigentliche Schönheit die es etwa vor 20 Jahren hatte noch ansehen konnte. 

Das Visa kostete uns schon die ersten Dollars, natürlich nicht Zim Dollars, sondern US Dollars. Da Uhren aber niemals stehen bleiben hatten wir auch dieses schon nach über einer Stunde überstanden! ( im wahrsten Sinne des Wortes ). Mit einem Bus gings direkt in die 20 km entfernte “Victoria Falls Safari Lodge”. Ein Traum von Lodge die ich bis dahin nur aus dem Fernsehen kannte. Ohne das klomplette Paket, was wir gebucht hatten, kostet eine Nacht im Doppelzimmer 250 US Dollar pro Person, umgerechnet etwa 500000000000 ( macht Euch nicht die Arbeit die Nullen zu zählen ) Zimbabwe Dollars, also einen ganzen Eisenbahnwagon voller Geld.

Die Lodge war direkt in den Busch gebaut und lag etwa 120 Meter von einem Wasserloch, einer Tränke für Wildtiere, entfernt. Bei einem Bier und einem Gin and Tonic auf der Aussichtsterrasse liesen wir ganz schnell die ” Strapazen ” vom Flughafen hinter uns. Einige Marabus und unzählige Geier gaben sich ein Stelldichein oder kreisten am Himmel, immer auf der Suche nach einem armen Schlucker der es nicht mehr geschafft hat. Die Spannweite der Flügel war schon beeindruckend, selbst ich hatte so etwas vorher noch nie gesehen.

Ich hatte fast schon vergessen das es ja mein Geburtstag war. Ganz schnell wurde ich aber wieder daran erinnert als wir auf unser Zimmer kamen. Eisgekühlter Sekt, eine Schale mit verschiedenen Trockenfrüchten und Nüssen, ein Shirt, eine Käppi und eine Glückwunschkarte lagen da und erinnerte mich “Schmerzhaft” daran das wir ja hier nicht zum “Scherz” waren.

Am Abend gings zu einem Sunsetcruise (Sonnenuntergangstrip) auf dem oberen Zambesi, vor den Fällen. Auf einem Boot gemütlich entlangschippern, Tiere und Landschaft bei freien Getränken und gereichten Snacks geniessen, erinnerte mich daran wie “hart” doch das Leben sein kann. Leider hatte das Boot keine eigene Tankstelle und so mußten wir nach drei Stunden schon wieder anlegen. Das Gute am Bier trinken und nichts tun ist der aufkommende Appetit. Dafür war die Terrasse, mit Blick auf das Wasserloch, welches Nachts im faden Licht der Scheinwerfer immer noch gut zu erkennen war, mehr als nur geeignet. Eine Herde Büffel lies sich nicht vom Licht abschrecken, nahm ihren Abendtrunk und zog gemächlich weiter. Die Stimmen aus der Dunkelheit taten ihr übriges…

Auch das Essen hatten wir so noch nie erlebt. Egal was wir bestellt hatten, es kam schnell und als Meisterwerk!! zubereitet immer unter großen Hauben. Dann hieß es 1,2,3 und der Kellner hob beide Hauben zugleich weg… wau. Besser hätte es ein Maler nicht kreieren können. Wir fühlten uns wie König und Königin, nur die Kronen haben noch gefehlt.

Am nächsten Tag hatten wir Wildwasserrafting gebucht und es ging schon halb acht los. Dazu gings nach Zambia dem zweiten Land in zwei Tagen, nur wenige Minuten Autofahrt von unserem Hotel entfernt. Bei einem gemütlichen Zusammensein bei Juice, Kaffee und Keksen lernten wir uns alle kennen und es gab die erste Einweisung im Rafting. Trotzdem wir das schon einmal auf dem INN in Östereich vor 12 Jahren gemacht hatten hörten wir den Sicherheitsanweisungen der Guides aufmerksam zu, was sich später herausstellte, auch bitter nötig war. Wir legten unsere Schwimmwesten an, setzten unsere Helme auf und bewaffneten uns mit unseren Paddeln. Dann ging es runter! zum Zambesi. Wenn ich runter mit Ausrufezeichen schreibe dann meine ich es auch so. Der Fluss lag etwa 100 meter unter uns in einer Schlucht und der Weg darunter war etwa 120 meter lang, bedeutet ein Gefälle von gut 80 %. Es gab zwar eine Leiter, die ersten 60 Meter waren aber so steil, dass man nur seitwärts absteigen konnte. Nicht auszudenken wenn jemand von oben abgestürzt wäre, er hätte sicherlich der ganzen Gruppe zu einem schnelleren Abstieg verholfen… gut, dann hätten wir wenigstens mehr Zeit zum Rafting gehabt… An den letzten Metern hat dann noch der Handlauf gefehlt und man hat die letzten 10 Stufen mehr im Ballettschritt zurück gelegt. Aber wir waren immer noch nicht bei den Booten, das dauerte noch einmal 300 Meter über glatte Felsen und steil unter uns immer noch der mehr oder weiniger schnell dahin fließende Strom.

Geschafft, endlich rein in die Boote, noch einmal Anweisungen und dann hat uns der Guide erst einmal wieder aus dem Boot gejagt, aber nicht wieder an Land… nach dem Abstieg wie eine Erfrischung. Das Training wieder ins Boot zu kommen war lebenswichtig wie sich später herausstellen sollte. Die erste Stromschnelle konnten wir von unserem Ausgangspunkt schon sehen, harmlos, und jeder freute sich schon auf diesen Trip, wenn wir zu diesem Zeitpunkt gewußt hätten…

Also gings schön im Schaukelgang durch die erste durch und danach im ruhigen Fahrwasser konnten wir den Zambesi richtig geniessen, etwa vier Minuten lang. Dann kam schon die Ansage vom Guide für die nächste. Er versuchte uns zu erklären was wir tun sollten um diese einigermaßen unbeschadet zu überstehen, sinnlos. Der große Strom machte mit uns und dem Boot, was er gerade wollte. Und so kam es das Kerstin, ein Engländer und ein Pole im hohen Bogen heraus flogen. Irgenwie hatte ich die Sicherheitsleine zu fassen bekommen und hatte noch einmal eine Chance drin zu bleiben. Jetzt kam das Schreckliche für uns. Ich schaute mich im Boot um, realisierte das Kerstin nicht mehr da war und suchte den Fluss rings herum ab… nichts. Die beiden Männer waren da, Kerstin immer noch unter Wasser. Mich erfasste schon die Panik, denn zu helfen gab es in dieser Situation überhaupt nichts. Das Wasser war sehr schnell und nach einigen Sekunden, gefühlten 10 Minuten, sah ich sie auf der Oberfläche dahin treiben. Ein Felsbrocken von der Größe eines Einfamilienhauses fiel von mir ab und einer von uns mußte sie nur noch einsammeln. Nach diesem Erlebnis war ihr Durst für den gesamten Tag gelöscht und sie zog es vor auf ein uns begleitendes “Sicherheitsboot” umzusteigen. Dieses hatte die selbe Größe, wurde aber von einem Guide mit zwei großen Rudern gesteuert und wurde bereits von zwei Amerikanerinnen bevorzugt. Wie sich später zeigte, die zweitbeste Entscheidung ihres Lebens, die beste war mich zu heiraten.

Wir hatten die vierte hinter uns gelassen, als wir auf dem Felsen ein etwa anderthalb Meter langes Krokodil sahen, nicht weiter schlimm, wenn es sich nicht gerade zu uns ins Wasser gesellt hätte. Aber wir waren ja sicher in unserem Gummiboot. Zwei Kilometer weiter kamen wir an eine Stelle im Fluß, die fast einen Kilometer nur ruhiges Wasser hatte. So ließen sich alle freiwillig herausfallen und trieben wie schwerelos dahin. Rechts und links immer noch die Schlucht, 100 Meter hoch und nur 60 Meter breit. Ein Erlebnis der besonderen Art, leider viel zu kurz! Der nächste Whirlpool kam bestimmt.

Nach vier weiteren Stromschnellen, die wir mehr oder weniger gut überstanden haben, kam dann die Katastrophe für mich, das Boot, allen anderen Insassen und den Guide. Wir wurden in die schlimmste noch mit Menschen zu befahrende Schnelle seitlich hinein getrieben…

Keiner von uns hatte auch nur die leiseste Chance überhaupt Luft zu holen, bevor es unter Wasser ging. Wie wir später auf dem Video gesehen haben, wurde sogar das Boot vollkommen unter Wasser gedrückt. Blitzschnell schoß mir in dem Augenblick durch den Kopf, wie es Kerstin ergangen sein muß. Mehr Zeit zum Überlegen blieb mir nicht. Ich wußte nicht mehr, wo unten oder oben war, nur dass ich irgendwie wieder zu Luft kommen mußte. Da ich aber nicht an das Leben unter Wasser geboren bin, strampelte ich mit Armen und Beinen um mein Leben, egal in welche Richtung es ging. Ich war der Laune der Strömung ausgesetzt. Irgendwann erreichte ich die Oberfläche und versuchte Luft zu schnappen. Für den Bruchteil einer Sekunde gelang mir das auch, dann riß mich die nächste Welle schon wieder unter Wasser. Jetzt hies es kämpfen, es ging hoch und runter und rüber und seitwärts, wieder kurzes Luft holen, aber es reichte nicht, um an der Oberfläche zu bleiben. Jetzt kamen mir selbst halbe Meter hohe Wellen, wie die Sintflut vor. Vorbei an Felsen und wieder Wasser geschluckt und ich dachte, ich wäre ein guter Schwimmer, muß wohl schon eine Ewigkeit her sein.

Ich erkannte schemenhaft Schlauchboote und kleine Kajaks um mich herum, die alle versuchten, uns an Bord zu nehmen. Sie waren nur zwei Meter von mir entfernt und doch so weit weg! Kerstin, die vor uns die Schnelle passiert hatte, hatte alles mit angesehen. Sie war dieses mal die einzige, die an Bord geblieben ist und hatte die Leine am Boot zu fassen bekommen, die beiden Amerikanerinnen hatte es auch über Bord gespült. Nach unendlichen Metern und Sekunden, eigentlich eine halbe Ewigkeit, bekam ich eines der Kajaks an der Spitze zu fassen, jedenfalls für eine Sekunde. Dann gings wieder allein weiter. Das Wasser wurde aber wieder ruhiger, genauso, wie nach dem Sturm die Windstille wieder kommt. Wenn Ihr jetzt denkt, Ihr könnt uns nachfühlen, vergesst es, es war fast wie die Hölle, nur schlimmer! Jedenfalls hatten wir die Zambesitaufe überstanden und alle “Überlebenden”, ich glaube es waren alle, konnten nach zwei weiteren Whirlpools, die uns danach schon fast harmlos vorkamen, an Land gehen wo uns ein perfekt organisierter Braai erwartete. An dieser Stelle des Flusses war eine menge Sand angespült worden und wir kamen uns vor wie an einem rießigen Sandstrand.

Gegrilltes Wildfleisch und Hühnchen, Kartoffelsalat, grüner Salat, Früchte und Drinks (alkohlofrei ) ließen uns schnell wieder zu Kräften kommen. Jeder erzählte und gestikulierte über die vergangenen Stunden auf und unter Wasser. Man hatte fast niemanden mehr die Strapazen angesehen, noch nicht. Denn jetzt mußten wir ja wieder heraus aus der Schlucht. Und eins sage ich Euch, der Aufstieg war genauso schlimm wie die Fahrt selber. Durch dichten Dschungel, Felsen, über Wasserläufe und Holzleitern ging es nur noch steil! bergauf. Die Gruppe riss immer mehr auseinander, eine andere Gruppe kam uns entgegen, die alles noch vor sich hatte und wir sahen einfach kein “Licht am Ende des Tunnels”. Vollkommen abgekämpft, klitschnass (nicht vom Zambesiwasser) und über! der Betriebstemperatur erwartete uns oben schon wieder Wasser. Diesmal aber nicht grün wie unten sondern eisgekühlt, sprudelnd, durchsichtig und frisch. Geschafft, doch jetzt spürten wir Knochen in unserem Körper, von denen wir vorher nicht einmal gewußt haben das es sie überhaupt gibt. Der Ausblick von hier hat uns allerdings für einiges wieder entschädigt. Im frischen Fahrtwind gings zurück zur Lodge.

Seit diesem Tag haben wir einen neuen Leitspruch. “Haben wir den Sambesi überlebt kann uns nichts mehr umbringen”.

Am nächsten Tag gings zu Fuß an die Fälle, die hier als Nationalpark eingerichtet sind. Kurz den Plan studiert um zu wissen, wo wir überhaupt hin müssen, dann gings los. Schon nach wenigen Metern hörten wir ein mächtiges Getöse und wußten, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Vorbei an der “David Livingston Statue”, dem Entdecker und Namensgeber der Victoriafälle, traten wir aus dem Buschwerk direkt an den Anfang dieses unglaublichen Wasserspektakels. Wenn Ihr sie schon auf Bildern oder im Film gesehen habt, vergesst es. Es ist mit nichts zu vergleichen, außer man hat sie in Wirklichkeit gesehen. Es ist wirklich ein Naturschauspiel der ganz besonderen Art. Tausende von Tonnen stürzen jede Minute die 100 Meter tiefe Schlucht hinunter und verwandeln alles ringsherum in Wassernebel und Feuchtigkeit. Die Geräuschkulisse und Regenbögen taten ihr übriges zu diesem Szenario. Wir waren überwältigt und beeindruckt von soviel Naturgewalt, obwohl wir sie am Vortag zu spüren bekommen hatten.

Am Nachmittag hatten wir einen Helicopterflug über die Fälle. Wir kreisten etwa dreihundert Meter darüber und Ihr werdet es nicht glauben, sie sahen von oben aus, wie ein kleines Rinnsal… unglaublich!, rießige, weite Landschaft und bindfädenartige Wasserfälle. Beeindruckend alle mal. Normalerweise konnte unser Heli 7 Passagiere mitnehmen. Da wir aber nur zum Glück auf dieser Welt sind, hatten wir einen Privatflug, nur für uns allein. An dieser Stelle muß ich einfügen, dass vor uns eine Gruppe Japanern geflogen ist. Eigentlich nichts Ungewöhnliches, wenn sie nicht überall !! gewesen wären. Manchmal hatten wir das Gefühl nicht in Zimbabwe sondern in Japan zu sein. Der einzige Ort, an dem sie wirklich nicht waren, war auf dem Boot. Und ich weiß auch warum… dort konnten sie nicht fotografieren.

Wie wir später erfahren haben, waren wir aber gar nicht an den “richtigen Fällen”. In der Regenzeit, Mai und Juni, führt der Sambesi nämlich viermal so viel Wasser – unvorstellbar! In “Victoria Falls Town”, nur wenige Hundert Meter entfernt, regnet es dann ständig und direkt an den Fällen ist fotografieren unmöglich. Wahrscheinlich kann man es dann nur noch mit Ohropax in der Nähe aushalten. Spontan entschlossen wir uns, zu dieser Zeit noch einmal hinzufahren, wahrscheinlich zu Kerstin`s 50.

Die Fälle sind insgesmt 1,7 km lang und enden an der zweithöchsten Bungyjumpingbrücke der Welt.

Abends zum Dinner sind wir in die 500 Meter entfernte “Boma” gefahren, ein Restaurant ganz im afrikanischen Stil mit allem was man sich vorstellen kann. Wir wussten, dass es jeden Abend Unterhaltung gab. Doch erst einmal ging es mit dem traditionellen Hände waschen los, bevor wir an dem überreichhaltigen Büffet schlemmen konnten. Es gab jede! Art von Wild, gebratenes Gemüse und und und… Während des Essens sangen die Einheimischen Schwarzen ihre traditionellen Lieder und ich dachte schon, dass das vielleicht die ganze Unterhaltung an diesem Abend war, weit gefehlt. Nachdem das Geschirr abgeräumt war, wurden an verschiedene Tischen afrikanische Trommeln gestellt, niemand wußte warum. Dann kamen einheimische Trommler und fingen an, diese zu benutzen….Gänsehaut pur. Dann wurden die Gäste mit einbezogen und “angelernt”. Nach gut 10 Minuten hatten sie den Takt gefunden und ich sage Euch, alle haben das Restaurant raus aus dieser Welt gerockt. Etwa vierzig Trommeln im afrikanischen Sound, da stockt das Blut, die Haare stellen sich auf, du denkst, du bist auf irgendeinem “Trip”. Über eine Stunde lang, jeder hatte mitgemacht und ich glaube alle waren am Ende etwas traurig, dass dieser Abend zu Ende gehen mußte.

Maureen, unsere Verkäuferin, hatte uns vor unserer Abfahrt noch ans Herz gelegt den “Chobe Nationalpark” zu besuchen, wenn wir schon mal in der Nähe sind. Ich sagte zu ihr, dass uns Tiere eigentlich nicht mehr überraschen können…. Irrtum! Da wir den letzten Tag eh nichts vor hatten, haben wir also den Park in Botswana gebucht.

Wir hatten nie zuvor in irgendeinem Urlaub so oft unseren Pass zeigen müssen und Formulare ausgefüllt. Naja, wer eine Reise tut…

Wir fuhren bis nach Chobe zum gleichnamigen Fluss, in den gleichnamigen Nationalpark. Wieder ging es auf ein Boot und wir hatten perfektes Wetter, Sonnenschein und ein paar wenige Zuckerwattewolken am Himmel. Die letzten Häuser hatten wir schnell hinter uns gelassen und die ersten Tiere gaben sich ihr Stelldichein. Hier muß ich Euch kurz die Landschaft beschreiben. Der Fluß verzweigte sich in viele kleine Nebenarme, unzählige kleine, saftig grüne und flache Grasinseln auf der rechten Seite und der Strand auf unserer linken. Ein Paradies für jedes Lebewesen auf diesem Fleckchen Erde. Aus der Ferne sahen wir schon einen einzelnen Elefantenbullen und unser Boot steuerte direkt auf ihn zu. Als wir nah genug an ihm dran waren, rannte jeder, vor allem die Japaner, was ja auch verständlich ist, zum Bug und man hörte minutenlang das Klicken der Auslöser. Da er der einzige zu diesem Zeitpunkt war, wurde er von jeder Seite mindestens, wenn nicht noch mehr abgelichtet. Am Nachmittag haben wir über Elefanten nur noch gegähnt.

Je weiter wir uns  von der Anlegestelle entfernt haben, desto größer wurde die Vielzahl und die Anzahl der Tiere. Alle möglichen Arten von Antilopen am Strand, tausende verschiedener Wasservögel, Hippos, Krokodile, Warane und wir mitten drin. Gut das wir auf Maureen gehört haben. Jetzt hatten wir wirklich Urlaub, wir mußten nur herumsitzen  und nichts anderes tun als zuzusehen und zu geniessen.

Zehn Meter von uns entfernt war der Caprivistreifen von Namibia, wir waren genau im Vierländereck.

Etwa eine Stunde später, wir waren gerade in Strandnähe, als aus dem Busch drei riesige Elefantenbullen heraustraten und direkt vor uns das Wasser überquerten, um auf eine der Inseln zu gelangen. Sie gingen immer tiefer hinein bis nur noch die Rüsselspitze heraus schaute. Nur wenige Sekunden später stiegen diese riesigen Tiere wieder aus dem Wasser wie Phönix aus der Asche, es war atemberaubend. Und wo drei Elefanten sind, sind auch meistens mehr. So war die ganze Familie, mindestens 50 Tiere, am Strand unter großen Bäumen im Schatten. Das Thermometer stieg inzwischen auf die 30 Grad Marke und eine sanfte Brise wehte uns allen um die Nase, so läßt es sich aushalten.

Nach dem dreistündigen Boottrip hatten wir in einer der dortigen Lodges ein reichhaltiges Büffet, bevor es auf einen offenen 4X4 auf die Landseite in den Park ging. Erst war es etwas ruhig und wir haben nur Impalas und andere Antilopenarten gesehen, alle mit Neugeborenen. Doch dann sind wir direkt zu den Elefanten gekommen und Ihr könnt Euch nicht vorstellen… ringsherum nur Elefanten, wohin man schaute! Unser Fahrer hielt einmal direkt neben einer Herde an und man konnte sie fast mit den Händen berühren. So etwas hatte selbst ich so noch nicht erlebt. Ein kleiner,etwa ein Jahr alter Bambino, tummelte sich zwischen den großen Beinen der Erwachsenen und schlenkte ganz aufgeregt seinen kleinen Rüssel hin und her. Man merkte das sie an die Touris gewöhnt waren und blieben ganz ruhig stehen. Wenn es nach uns gegangen wäre, würden wir wahrscheinlich heute noch da stehen, wenn nicht irgend jemand in grauer Vorzeit die Uhr erfunden hätte.

Am nächsten Morgen war Schluß mit lustig und wir mußten wieder abreisen. Doch der Urlaub sollte noch nicht zu Ende sein. Als wir am Flughafen eingecheckt haben, erhielten wir die Bordkarten mit den Nummern 2E und 2F und ich sagte zu Kerstin, das ist wahrscheinlich die zweite Reihe hinter der Bussinesclass. Also gingen wir schnurstracks durch die Bussines durch und fingen dann an unsere Nummer 2 zu suchen. Die “Holzklasse” fing aber mit der Nummer 11 an und wir drehten uns um, um unsere zu finden. Die 2 war die Bussinesclass und Ihr könnt Euch unsere Überraschung vorstellen.

Nach der Landung in Durban war der Urlaub dann wirklich vorbei. Jetzt brauchten wir erst einmal Urlaub, es war von der Kürze und Intensität des Erlebten der Aufregenste den wir je hatten.

Ich hoffe, ich habe Euch nicht zu sehr gelangweilt und Ihr habt es mit Spannung gelesen. In Wirklichkeit habe ich nämlich noch die Hälfte weggelassen. Die erzählen wir dann wenn wir Euch wieder sehen, sonst hätten wir ja gar nichts mehr zu berichten!