Den Sommerurlaub auf Kreta zu verbringen ist eigentlich keine schlechte Idee, man muss nur wissen was man vom Urlaub erwartet. Ich war im letzten Sommer im kleinen Fischerdorf Sissi, in der Nähe von Milatos. Das Dorf ist im Osten der größten griechischen Inseln gelegen. Richtung Westen liegt Malia, die Partymeile der Insel. Hier fühlen sich junge Helden der Nacht sicherlich am wohlsten. Doch aufgepasst, wer abends mit dem Auto auf Kreta unterwegs ist, muss damit rechnen hin und wieder von der Polizei angehalten zu werden. Der Drogenhandel nimmt auf Kreta leider verstärkt zu. Die Hauptstadt der Insel Heraklion liegt ungefähr 50 km entfernt und ist über die „New Road“ leicht und zügig zu erreichen.

Aber zurück zu dem kleinen Fischerdorf Sissi. Das Örtchen ist ein rein touristisches Dorf, es wimmelte von Restaurants und einigen kleinen Bars. Als wir dort ankamen, waren wir zunächst recht enttäuscht, denn der Strand ist nur über eine stark befahrene Straße oder felsige Klippen zu erreichen. Das fanden wir zu gefährlich und umständlich, um uns oft an den Strand zu legen. Der Beach ist steinig und wenn man ins kühle Nass möchte, muss man auf Steine und einige Felsen im Wasser achten. Da wir zum Ende der Saison auf Kreta waren (Ende September), waren nicht so viele Touristen in dem Dorf, wie zur Hauptferienzeit. Das machte das „Nachtleben“ in Sissi etwas langweilig, da es nur eine Disko (die geschlossen war) und ansonsten nur Bars gab, um sich die Zeit zu vertreiben. Das Wetter zu der Jahreszeit war fast durchgängig windig und grau, wir waren nur drei Mal insgesamt Schwimmen.

Da das Dorf in kurzer Zeit erkundet war, haben wir uns ein Auto gemietet, um damit die Insel zu erkunden. Die Fahrten führten uns über die Berge in Richtung Osten, nach Aghios Nikólaos, zur Lebra-Insel Spinalonga und bis Sitia. Der Osten der Insel war von Sissi aus gut erreichbar, da die neue Straße ein zügiges Fahren garantierte. An den ruppigen Fahrstil der Einheimischen mussten wir uns aber erst gewöhnen.

Der schönste Ort ist Aghios Nikólaos, der kleine Hafen und die hübschen Cafés ließen unsere Herzen höher schlagen. Hier konnte man baden, einkaufen und gute Küche genießen. Als Sehenswürdigkeit ist die Insel Spinalonga zu empfehlen. Wenn man Richtung Neapolis fährt und sich nach Elounda richtet,  erreicht man die Halbinsel. Die Fahrt mit einem kleinen Boot kostet circa acht Euro und dauert nicht mal fünf Minuten. Wenn man das Eiland erreicht, muss man weitere zwei Euro für die Besichtigung der Burgenanlage bezahlen.

Nach Zentral-Kreta, wo sich Heraklion und Bali befinden, zog es uns nicht häufig, da das schlechte Wetter weitere Fahrten erschwerte. Aber das Fahren auf der Panoramastraße, immer entlang der Küste, ist es allemal wert. Man hat einen wunderschönen Ausblick auf die Landschaft und das Meer. Am Wegrand sind Klöster, Burgen und Ruinen ausgeschildert und die Menschen sind freundlich und herzlich. Eine Reise nach Kreta ist auf jeden Fall ein Fest für alle Sinne. Doch vor dem Buchen der Reise, sollte man sich ganz genau darüber im Klaren sein, welche Wünsche man an seinen Urlaubsort stellt- besonders auf Kreta.