Kapstadt 2008

Schon lange freuten wir uns auf diese Reise und am 18. November gings dann endlich los. Kerstin hat Norbert extra in Kapstadt landen lassen um einen Grund zu haben auf eine 4000 km lange Fahrt zu gehen.

Schon kurz vor vier am morgen gings auf die erste Etappe nach Port Elizabeth, etwas über 800 km. Schon hell, aber noch niemand auf den Strassen, mit unserem neuen Auto und in voller Erwartung was uns dieses mal widerfahren würde, ging es erst einmal richtung Drakensberge ins Inland, bevor eine Strassenbiegung uns die Mutter aller Städte in Südafrika, direkt vor die Nase setzte, nur noch etwa 600 km weit weg. Wettermäßig wurde uns wieder alles geboten, außer Schnee.

Da wir Höhenunterschiede von bis zu 1500 metern zu überwinden hatten und weg von unserem Microklimaküstenstreifengebietsabschnitt kamen, hatte es wirklich alles in seinem Repertoaire. Sonne, Regen und Nebel und alles wechselte sich im halbstundentagt ab. Aber wir wollen ja nicht über das Wetter reden.

Ziemlich schnell verließen wir Natal und mußten das Easterncape durchqueren um in das Westerncape, sprich Kapstadt, zu kommen. Ich war vor 7 Jahren schon einmal im Easterncape und wußte was mich erwartet. Für Kerstin und später auch für Norbert war es der ultimative Kulturschock. Diese Province unterteilt sich in die Transkei, die an Natal , und die Siskei, die an das Westerncape angrenzt. Die Transkei, die nur von Schwarzen bewohnt wird, ist an Chaos, Dreck und für uns nicht zu defienierende Unorganisiertheit kaum zu übertreffen. Wir mußten einige Städte passieren in denen wir uns fragten wie diese Gesellschaft überhaupt funktioniert und existieren kann. “Heruntergekommen” ist wohl noch etwas zu milde ausgedrückt, wenn man viele andere Gegenden, die wir in unserem 10jährigen Aufenthalt hier inzwischen gesehen haben. Farmen, so wie wir sie kennen, waren praktisch nicht vorhanden. Rastplätze an den Strassen, sofern sie existent waren, zerstört, voll Unrat und einfach zum weiterfahren.

Alles änderte sich schlagartig! als wir in die Siskei kamen, ohne eine Grenze zu passieren. Ich schaute Kerstin nur ungläubig an und sie wußte genau was ich dachte. Kleine gemütliche und saubere Plätze an der Seite der Strasse und wir glaubten schon in der Nähe von Kapstadt zu sein. Weit gefehlt, denn wir hatten bis dahin noch mindestens 900 km. zurück zu legen.

Unsere erste Übernachtung, nach 830 km, war Port Elizabeth, später von Kerstin in “ Port Elsbett”abgekürzt und umgetauft.

Etwas außerhalb, auf einer Farm gelegen, erwartete uns das “ Mother Goose”( Mutter Gans) Gästhaus und ein Farmerehepaar herzlich willkommen. Ruhig gelegen und mit Kühen auf der Weide vor unerem Challet war das genau was wir jetzt brauchten. Da es gerade mal am Nachmittag war machten wir uns natürlich auf und erkundeten die Gegend. Am Strand erwartete uns schon mal eine der größten Sanddünen die ich je in Meeresnähe gesehen hatte und auf der gelegentlich Sandsurfer die “Pisten” unsicher machten. Man braucht halt nicht immer Schnee zum surfen…

Auf unserem weg zurück zu Mother Goose kamen wir an einem Lionpark vorbei und da wir immer noch Zeit hatten bogen wir natürlich ein. Was wir nicht wußten war, das es sich unteranderem um weiße Löwen handelte, wieder etwas neues. Es war eigentlich kein Park sondern eine Brut.- und Aufzuchtstation für Lions, vorwiegend weiße Löwen und Tiger. Hier lebten diese Raubtiere hinter Draht und das Futter, Giraffen, Zebras und Antilopen lief frei draussen herum. Ich wollte die Gedanken der Raubtiere gar nicht wissen…

In einem der Gehege tummelten sich vier weiße Löwenbabys, Geschwister, drei Mädchen und ein Boy. Babys, haha, acht Monate alt und um die sechzig Kilo schwer. Man konnte mit ihnen spielen, was wir uns natürlich nicht entgehen ließen…. Mit einer zerrissenen Jacke und Bisse im Rücken waren wir um eine Erfahrung reicher. Was wir nicht wußten, wir sind kurz vor der Abendfütterung rein und sie hatten Hunger. Es waren immer Pfleger dabei die versucht haben sie vom “Spielen” mit uns abzuhalten, aber Löwen sind schlauer und schneller… und so kam es das sich eine von hinten an mich angeschlichen hat, mich am Rücken packte und zubiß. Ich windete mich wie eine Schlange hätte aber ohne den Pfleger keine Chance gehabt. Jetzt sehe ich Filme in denen Wild von Löwen gerissen wird mit ganz anderen Augen! Es verging keine Minute als ein anderer sich über Kerstin hermachte. Er packte sie ebenfalls am Rücken und da sie nicht darauf vorbereitet war riß er sie zu Boden und den Aufpasser gleich mit. Schade das ich immer noch mit mir beschäftigt war und an die Camera keinen müden Gedanken verschwendet habe. Kerstin hatte ein schönes Loch in ihrer Jacke und jetzt wußte ich auch was ich vorher, beim Bezahlen, unterschrieben habe…

Interessant war, das die Volontaire die dort arbeiteten, aus der ganzen Welt kamen und dafür bezahlten dort arbeiten zu dürfen, sonst bekommt man ja Geld für geleistete Arbeit.

Sie kamen aus Deutschland, Israel, Holland und Amerika, niemand aus Südafrika. Als wir das Gatter verließen haben wir uns schon wieder für den Dienstag angemeldet.

Ziemlich zeitig, schon um 8 Uhr abends, fielen wir in in unseren wohlverdienten Schlaf.

Dagegen war der nächste Tag fast wie eine Erhohlung, nur knapp 400 km lagen vor uns und so konnten wir uns bei allem Zeit lassen, was wir natürlich beim Frühstück richtig ausgekostet haben. Einen Luxus den wir von zu Hause her nicht mehr kennen.

Der Nebel lichtete sich schon nach über einer Stunde und bei strahlendem Sonnenschein kamen wir in Knysna, einer der bekanntesten Städte an der Gartenroute in Südafrika, an. Eine quierlige Kleinstadt die voller Leben und natürlich auch Touristen war. Zu Fuß erkundeten wir die Fußgängerzone und konnten doch die im Prospekt dargestellten Häuser nicht finden. Was solls, es gab schließlich noch mehr zu sehen.

Auf unserer Fahrt, irgendwo im Nichts, sahen wir auf einmal ein Schild “Antiques”. Wir fuhren auf das Grundstück in der Hoffnung alte Uhren zu einem guten Preis zu finden. Ich glaubte meinen Augen nicht zu trauen, acht alte Uhren, nicht mehr im allerbesten Zustand, aber man konnte etwas daraus machen. Nach einer halben Stunde und viel Verhandlung landeten vier in unserem Auto. Ich glaube ich war wesentlich glücklicher als der Händler… Da sein Geschäft aber eh mehr schlecht als recht ging war er auch nicht so unhappy über diesen Deal.

Weiter gings nach George, unserer nächsten Übernachtung. Hier hatten wir ein ganzes Haus für uns allein. Da wir uns selbst versorgen mußten fuhren wir zu einem der hießigen Supermärkte. Gerade angekommen begrüßte uns schon der Carguard (das ist jemand der auf dein Auto aufpasst während man shoppen geht) mit den Worten “ Oh, ihr seid ja aus Port Shepstone( unser Nummernschild hatte uns verraten), ist ja ziemlich weit weg.” Wir antworteten das er es wertschätzen soll das wir so weit zum einkaufen kommen. Der Guard lachte nur und nickte zustimmend.

Ein Dinner bei Kerzenschein in einem gehobenen italienischen Restaurant rundete diesen, für uns erfolgreichen Tag, (wegen der Uhren) ab.

Am kommenden Tag gings dann endlich nach Kapstadt. Norbert landete erst gegen Mittag und so hatten wir noch Zeit unser Gepäck in unserem letzten Guesthouse auf der Hinfahrt, einem Deutschen in Sommerset West und nur 20 minuten entfernt, abzustellen.

Der Blick vom “ Sir Lory’s Pass”, etwa 800 meter hoch, auf Sommerset West, in Meereshöhe gelegen, war einfach atemberaubend. Man konnte den Blick einfach nicht von dieser Szene lassen. Gott sei Dank mußte ich langsam fahren und kam auch als Fahrer in diesen Genuß.

Der Flughafen von Kapstadt enttäuschte uns etwas. Wir hatten uns diesen, für eine Weltstadt wie diese, viel größer vorgestellt.

Anyway, rein ins Auto und in die Innenstadt gefahren und ein Parkhaus gefunden welches noch Plätze hatte. Als wir heraus kamen landeten wir direkt vor der Haltestelle eines der Doppelstockbusse die Touristen die gesamte Innenstadt zeigten und bis an den Tafelberg fuhren. Der hat auch noch direkt auf uns gewartet. Etwas besseres hätte uns gar nicht passieren können. Rein in den Stau…. auch für einen Touribus gings nicht schneller voran. In zwei Stunden Fahrt haben wir so alles gesehen was man von Kapstadt sehen muß. Am ende der Tour gings dann nur noch bergauf zum “Signalhügel” am Fuße des Tafelberges. Schon von hier aus lag uns Capetown zu Füßen und die Aussicht war einfach überwältigend! Zeit um auf den Tafelberg zu fahren war leider nicht, mußte aber auch nicht unbedingt sein. Schon das wir niemals den Weg im eigenen Auto gefunden hätten hat uns dafür entschädigt nicht ganz oben gewesen zu sein.

Am späten Nachmittag hatten wir immer noch Zeit die “Waterfront” dieser Stadt zu besuchen, zu bummeln (sprich shoppen) und einen Snack zu uns zu nehmen. Da waren Seelöwen die sich direkt vor unserem Restaurant im Wasser und auf einer Holzplattform tummelten, in der Sonne sich ahlten und so getan haben als ob sie dazu gehörten, was sie ja auch taten.

Unser Gastgeber sagte uns noch wir sollen ja nicht vor 7 Uhr aus Kapstadt heraus fahren, taten wir aber… also rein in den nächsten Stau, der dieses mal aber ziemlich geordnet vor sich ging.

Abends hatten wir einen Braai, bei dem wir einen Deutschen aus Thüringen, der eigentlich Goldschmiedemeister war und jetzt Thüringer Rostbratwürste herstellte und verkaufte, kennengelernt. Seine Story kam auch im deutschen Fernsehen. Die Würste und anderen Sachen die er herstellte waren super, aber er eher trantütig. So sind wir uns nicht sicher ob er jemals die Aufenthaltserlaubnis für immer bekommen wird. Wir haben uns bei unserer Abreise mit einer Menge seiner leckeren Sachen eingedeckt. Inzwischen kann keiner mehr, außer mir, Thüringer Rostbratwürste mehr sehen und ich darf auch die nächsten Wochen nicht mehr darüber sprechen….

Am nächsten Tag wollten wir den südlichsten Punkt das afrikanischen Kontinents besuchen. Vorher stand aber ein Besuch des deutschen Kaufhauses ”Wöhrman & Brock” auf dem Plan. Was glaubt Ihr wen wir vor dem Kaufhaus getroffen haben? Wolfgang, unseren Thüringer Fleischergoldschmiedemeisterauswanderer und ja, er verkaufte Th………….Ro………….ste. Wir wünschten ihm ein gutes Geschäft und haben uns reichlich mit deutschen Erzeugnissen, die wir hier nicht bekommen, ein.

Weiter gings auf unserer Fahrt zum “Point of Good Hope” und besuchten unterwegs den Pinguinstrand. Man hätte diesen pussierlichen Tieren stundenlang zuschauen können, wenn da nicht Trillionen von Touries aus der ganzen Welt gewesen wären! Schnell wieder weg um uns in die Schlange der Besucher einzureihen die auch das “ Kap der Guten Hoffnung”sehen wollten.

Dreihundert Meter unterhalb des Leuchtturmes stellten wir unseren Bus ab und gingen daran den Hügel, auf dem dieser stand, zu besteigen. Je höher wir kamen um so gigantischer war der Ausblick und uns störten nicht einmal mehr die anderen, die das selbe Ziel hatten.

Hier also trafen die beiden Ozeane, der Indische und der Atlantik, zusammen. Der eine mehr grün und der andere mehr grau, war es ein überwältigender An.-und Ausblick. Steil fielen die Felsen zu beiden Seiten ab und die Brandung versuchte diesen schmalen Küstenstreifen regelrecht zu verschlingen.

Dann fuhren wir endlich zum “Fotopunkt”, auf dem sich jeder der hier war, verewigen mußte. Ein großes Holzschild wurde extra dafür aufgestellt auf dem zu lesen ist das wir uns hier am südwestlichsten Ende des afrikanischen Kontinents befinden. Die Kameras klickten unaufhörlich, allen voran natürlich, wie soll es auch anders sein, die Asiaten. Jeder einzeln, dann in Gruppe und noch der mit dem und diese mit jener… Schon nach einer halben Stunde! hatten wir es geschafft das Schild für uns zu erobern. Beweisfotos sind schließlich wichtig, oder?

Auf der Rückfahrt sahen wir freilaufende Strausse und stoppten unser Auto. Norbert stieg aus und hinter ihm her. Es sah aus als wollte er ihn fangen doch der wollte nichts davon wissen und hielt immer eine gehörigen Abstand.

Eigentlich wollten wir danach noch nach Hutbay, im Südwesten von Kapstadt gelegen fahren, aber die Strasse war gleich mal ganz gesperrt. So machten wir noch an einem Surfstrand einen Halt an dem Marcus seine Freude oder eher seinen Surfspass gehabt hätte.

Am nächsten Tag ging es schon wieder auf unsere Rückfahrt. Wir wollten nicht wieder die gleiche Route nehmen und so entschlossen wir uns nicht die Autobahn sondern eine Regionalstrasse durch die “Kleine Karroo” zu fahren. Jeder mit dem wir sprachen legte uns ans Herz unbedingt! an “Ronny’s Sexshop” anzuhalten.

Die Story ist folgende: Ronny hatte vor sehr vielen Jahren an dieser Strasse in der Mitte von nirgendwo, also 100 km vor und 100 km danach ist nichts, einen Shop mit Restaurant eröffnet, “Ronny’s Shop”. Niemand hielt und er war eigentlich schon pleite als ihm die rettende Idee kam. Er malte einfach vor dem Wort Shop noch “ Sex” davor und von da an brummte der Laden. Jeder stieg auf die Bremse und fand nicht was er erwartete. Auch heute hat er nichts mit einem uns, vom hörensagen…, bekannten Sexshop zu tun. Allerdings hat sich die Kneipe zu einem regelrechten Hotspott entwickelt und er braucht sich um den Umsatz keine Sorgen mehr zu machen.

Da in dieser Gegend wirklich der Hund begraben war, war der nächste Handymast natürlich nicht gerade gleich um die Ecke. Ich hatte mein Handy immer in der Hand und ein Gast sprach mich an ich solle mal an den Traktor gehen. Ich schaute auf mein Telefon und da war wirklich nichts von irgendeinem Empfang zu sehen. Also begab ich mich zu besagtem Traktor der nur etwa 10 meter entfernt auf dem Vorplatz stand und auf dem schon mindestens vierhundert Generationen die Felder umgepflügt haben, nur noch was aus Eisen war ist übrig geblieben. Ich hatte fast vollen Empfang! Unglaublich, fast außerirdisch.

In der Kneipe selber war kein Flecken an der Wand mehr frei. Überall Visitenkarten, Bilder und alles mögliche. An der Decke Hüte, Kappen aber auch Unterhosen und BH’s, deshalb also….

Wir mußten weiter und unser nächstes Ziel hieß Outshoorn, die Cangoocaves, Tropfsteinhöhlen.

Erst vor knapp dreihundert Jahren entdeckt, war es eine der schönsten Höhlen die ich bisher gesehen habe. Rießige Hohlräume, Stalakmiten, Stalaktiten und vollendete Säulen, die um die achthunderttausend Jahre ( plus-minus einen Tag….haha) alt waren, fast an jeder Ecke und eine schöner als die andere. Von verschiedenfarbigen Licht angestrahlt kam die Pracht nur noch mehr zur Geltung. Dieses mal wählten wir nicht die “Abenteuertour” die angeboten wurde, ohne zu wissen warum, wahrscheinlich war es schon zu spät – nach 5 Uhr am Nachmittag. Eigentlich ist das ja gerade unsere Sache. In dieser Tour ging es unteranderem durch sehr schmale Felsspalten und Unterzüge, nur 27 cm breit und man mußte schon frei von jeder Phobie sein um dies durchzustehen. Wir haben eine junge Frau gesehen, etwa 25 Jahre alt, die diese Tour mitgemacht hat. Ihrem Zustand zufolge würde sie sich in etwa zwei Wochen wieder eingeholt haben und wird wohl nie wieder eine Höhle, oder auch nur einen Fahrstuhl betreten. Sie war vollkommen aufgelöst.

Auf unserer Hinfahrt hatten wir ein Schild zu einem Wasserfall gesehen den wir unbedingt noch sehen wollten und es war schon ziemlich spät. Und was passiert in solchen Fällen immer?! Genau, man verpasst die Einfahrt und fährt erst einmal 10 km zu weit bis man erkennt… das muss doch schon vorher gewesen sein und es wurde immer später. Nachdem wir dann die richtige Strasse eingebogen waren kam mir in den Sinn das geteerte Wege niemals bis zu so einem Naturschauspiel führen, jedenfalls nicht in Südafrika. So kam es auch, der Weg führte als Gravelroad weiter und wir kamen an eine Schranke an der man eigentlich seinen Obulus bezahlen mußte, doch es war niemand da. Eigentlich kein Problem, aber wir waren ja in Südafrika und da weis man nie was in der nächsten Stunde passieren kann. Vielleicht war die Schranke bei unserer Rückkehr geschlossen und wir saßen in mitten der Pampa fest…. Kein Hinweisschild wie weit es noch bis zum Fall war.

Eine der größeren! Schlangen die hier heimisch waren versperrte uns fast den Weg. Für ein Fotoshooting hatten wir leider keine Zeit denn es wurde ja immer später und wir wußten immer noch nicht wie weit es war. Endlich kamen wir an einem kleinen Platz an an dem wir unser Auto abstellen mußten, mußten aber noch etwa 500 meter, wußten wir vorher auch nicht, zu Fuß zurücklegen. Wir rannten mehr als das wir gingen, über klitschigen Untergrund, über Leitern und Felsen, immer dem Wassergeräusch nach , bis wir ihn erreicht hatten. Es hatte sich wieder einmal gelohnt, fast 50 meter hoch stürzten sich das Wasser in den Abgrund. Nach ein paar Fotos mußten wir auch schon wieder zurück. Die Schranke war offen und es kam mir vor wie das Tor zur Freiheit, nicht auszudenken wenn wir hätten wirklich dort bleiben müssen, bis zum nächsten morgen. Manchmal ist es eben schön hier, wenn sich nicht jeder um alles kümmert und Gedanken macht und den Schlagbaum einfach offen läßt….

Wir hatten nur noch 60 km zu fahren um wieder nach George zu gelangen. Da wir aus dem Gebirge kamen und diese Stadt im Tal liegt passierten wir den “Montagu Pass” von dem aus uns schon tausende Lichter dieser Stadt in der Dämmerung erwarteten. Einfach nur zum stehen bleiben und genießen, was wir natürlich nicht auf einer Passstrasse tun konnten, schön war’s trotzdem!

Am nächsten Tag gings wieder zu “ Mother Goose” wo wir am Abend einen lekker Braai hatten, natürlich wieder mit Thü……… Ros…………..ste. Das war das letzte mal das Kerstin sie gegessen hat und ich glaube all die Restlichen sind jetzt für mich alleine, ich werde mich nicht beklagen!

Unser Termin stand wieder an, bei den Löwen. Dieses mal sind wir nach! dem Frühstück rein, schließlich wollten wir Norbert nicht rißkieren… Sie lagen nur faul in der Sonne oder im Schatten unter den Bäumen und waren nicht wieder zu erkennen. Die reinsten Miezekätzchen die sich haben streicheln lassen und man konnte mit ihnen machen was man wollte. Wir hätten sie wegtragen können. Sind wir nicht auch so wenn wir zufrieden und satt sind?

Die Camera klickte unaufhörlich, eine der Praktikantinnen hatte Norbert’s und schoß aus jeder Position, mindestens… wenn nicht noch mehr Bilder.

Port Elizabeth ( Port Elsbett ) war sauberer als wir angenommen haben und auch eben ganz anders als wir uns diese Stadt vorstellten. Wer hat schon etwas gegen angenehme Überraschungen? Leider war die Zeit zu kurz um mehr zu sehen.

In einem Elefantenpark, von denen es in SA unzählige gibt, machten wir einen kurzen Stopp um mit den Dickhäutern auf Tuchfühlung gehen zu können. An der Kasse gab es was zu essen zu kaufen, ausschließlich Ananas, was uns später fast aus den Händen gerissen wurden. Sie mußten sich schön in einer Reihe anstellen und die Rüssel hätten gar nicht länger sein können. Wahrscheinlich waren sie gerade auf Ananasdiät denn jede halbe Stunde kam eine neue Gruppe von Touris. Am niedlichsten waren natürlich wieder die Bambinos, die sich später aber wie die Rüpel benommen haben. Ein Spass war es allemal und natürlich gutes Futter für die Kameras.

Weiter fuhren wir nach East London, unserer letzten Station bevor wieder nach Hause fahren mußten. Wir übernachteten in einer Lodge, die sich in einem riesigen Wohnkomplex befand, vollkommen ungewöhnlich. Aber wer beklagt sich schon über ein Holzhaus mit rießiger überdachter Terrasse, voll ausgestattetem Wohnbereich, Fernseher von der Größe einer Kinoleinwand und schon aufgefülltem Kühlschrank? Wir doch nicht!!!

Leider blieb die Zeit nicht stehen und am morgen hieß es Abschied nehmen, nicht ohne mit unseren Gastleuten noch einen Schwatz zu machen. Sie erzählten uns das sie erst permanent Mieter da wohnen hatten, die diese Wohnung vollkommen ruiniert hatten. Rausschmiss heißt die natürliche Auslese an Mietern.

Ich wollte nicht wieder die Strasse über Kokstadt fahren weil diese, laut Karte, viel weiter war und so wählte ich eine Regionalstrasse über Port St. Jones – big mistace ( großer Fehler). Die vielen Kurven und der Nebel, der sich weit über 100 km hinzog und über weite Strecken Sichtweiten unter 20 meter hatte, war nicht eingezeichnet. So kam es das wir für lumpige 500 km den ganzen Tag brauchten und erst gegen abends wieder ankamen.